Representants Olbis les ateliers

MITWIRKUNG | Vertreter erzählen (Teil 2)

09. April 2021 / Rocco Brignoli
Noch mehr gute Gründe, Mitglied der Personalkommission zu sein, erzählen uns drei Arbeitnehmenden-Vertreter*innen von Olbis Les Ateliers in Lausanne. Auch sie haben uns ihre Motivationen verraten, die Interessen ihrer Kolleg*innen innerbetrieblich zu vertreten.

Daniel Koog, Präsident: Die Kommission als Zugpferd

Als Präsident ist Daniel Koog eine zentrale Figur der Personalkommission: Seit der Gründung 2012 ist er in der Personalkommission vertreten und absolviert gerade seine zweite Amtszeit als ihr Vorsitzender. Ziel seines Engagements ist es, «die Arbeitsbedingungen zu verbessern». Aktivismus und Kampfgeist treiben ihn an. Schon vor seinem derzeitigen Engagement war er bereits Mitglied einer Personalkommission im ersten Arbeitsmarkt.

Für ihn ist die Kommission ein Zugpferd, «eine Lokomotive, die den ganzen Zug hinter sich herzieht». Um etwas zu erreichen, braucht die Kommission aber engagierte Mitglieder, die für ihre Überzeugungen eintreten und als Sprachrohr für die Forderungen der Mitarbeitenden dienen. Zudem sei die Kommission dazu da, «die verletzlichsten unter den Kollegen zu schützen».

Stéphane Nguyen, Kommissionssekretär: Verbesserungen in den Werkstätten vorantreiben

Kommissionssekretär Stéphane Nguyen ist seit drei Jahren in der Personalkommission tätig. Er ist das neueste Mitglied. Als einen der Gründe, die ihn motiviert haben, Arbeitnehmendenvertreter zu werden, nennt er die Möglichkeit die Rahmenbedingungen in seiner Werkstatt zu verbessern. Dazu gehöre auch, die allgemeinen Unternehmensvorschriften an die Gegebenheiten in den einzelnen Bereichen anzupassen.

Der junge Sekretär kämpft unablässig für Arbeitsschutz, gute Löhne und bezahlte Ferien. Er erklärt: «Bezüglich der bezahlten Ferien konnte die Kommission eine Erhöhung von 4 auf 5 Wochen durchsetzen.»  

Christian Pilet, Vizepräsident: Eine Frage der Gerechtigkeit

Christian Pilet sagt es ohne Umschweife: «Die Würde der Arbeitnehmenden steht immer wieder auf dem Spiel: Es ist eine Frage der Gerechtigkeit!» Der Kommissionsvizepräsident plädiert für eine Kommission mit viel Eigeninitiative, die nicht nur eine «Alibi-Übung» ist. «Das Betriebsreglement muss von allen eingehalten werden.

Es müssen jene Unterstützung finden, die sich nicht trauen, mit ihren Vorgesetzten zu sprechen.» Im Zuge der Covid-Krise nimmt Pilet ein zunehmendes Bedürfnis nach Sicherheit unter seinen Kolleg*innen wahr.

Nach einem seiner Erfolge als Arbeitnehmendenvertreter gefragt, antwortet er: «die Erarbeitung und Verabschiedung der neuen Kommissionsstatuten».

 

Olbis Les Ateliers

Als Teil der Fondation les Oliviers in Mont-sur-Lausanne hat Olbis Les Ateliers sich das Ziel gesetzt, Arbeit für alle sicherzustellen und die soziale und berufliche Ausgrenzung zu verhindern. In 20 verschiedenen Werkstätten beschäftigt Olbis etwa 70 Personen entsprechend ihren Fähigkeiten. Zudem bietet die Organisation in ihren Werkstätten jährlich zahlreiche Integrationsmassnahmen für ca. 500 IV- und Sozialhilfe-Empfänger*innen sowie Arbeitslose an.

 

Blog-Reihe «Fokus Mitwirkung» und Broschüre «STEP BY STEP»

2019 hat INSOS Schweiz in 17 Unternehmen der beruflichen Integration («Werkstätten») Interviews mit Arbeitnehmenden, Arbeitgebenden sowie Assistenzpersonen zum Thema Mitwirkung geführt. Daraus ist im Sommer 2020 die Broschüre «Step by Step – In 10 Schritten zur Arbeitnehmendenvertretung» entstanden. Die Broschüre erklärt Mitwirkung, unterstützt die Gründung von Arbeitnehmendenvertretungen und hilft, die Qualität von Mitwirkung zu überprüfen. In der Blogreihe «Fokus Mitwirkung» ergänzen Beiträge aus der Praxis und Wissenschaft Inhalte der Broschüre. Sie dienen der Inspiration und veranschaulichen Aktuelles zum Thema Mitwirkung.

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